Montag, 6. Januar 2014

Rezension "Es wird keine Helden geben"

Titel: Es wird keine Helden geben
Autor: Anna Seidl
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 252
ISBN: 978-3-7891-4746-3
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 14,95 €
Hier kaufen *klick*

Zum Inhalt:
(c) Oetinger
Als Miriam an diesem Morgen eine SMS von ihrem Freund Tobi erhält, die sie daran erinnert, nicht zu spät zur Schule zu kommen, ahnt sie nicht, dass ihr Leben nach diesem Tag nie mehr so sein wird, wie es mal war. Als sie nichts ahnend im Unterricht sitzt, hört sie plötzlich einen Schuss und ihr Leben gerät ins Wanken. Ein Amoklauf - an ihrer Schule. Niemand hätte auch nur annähernd damit gerechnet. Sie versteckt sich mit ihrer Freundin auf dem Jungenklo und muss schreckliche Dinge mit ansehen. Als sie kurze Zeit später auf den Flur zurückkehrt, sieht sie ihren Freund Tobi am Boden liegen, dem niemand mehr helfen kann. Er stirbt und für Miriam bricht eine Welt zusammen. Doch nicht nur für sie, auch für ihre Freundinnen hört die Welt auf sich zu drehen. Jede versucht auf ihre Weise mit dem schrecklichen Unglück fertig zu werden und verändert sich dabei auf unbeschreibliche Weise.

Meine Meinung:
"Es wird keine Helden geben" ein Debüt einer jungen Autorin, die ihren Traum aufschrieb und diesen so, schreckliche Wirklichkeit werden ließ. Dass man in diesem Alter solch schreckliche Geschehnisse und Gefühle so authentisch aufschreiben kann, finde ich extrem beeindruckend.

Schon zu Beginn der Geschichte wird man sofort in die Geschehnisse hinein geworfen. Anna Seidl nimmt kein Blatt vor den Mund, schont den Leser nicht. Ich muss zugeben, dass mich das Buch des Öfteren heftig schlucken ließ und auch das ein oder andere Mal runterzog. Was aber eigentlich kein negativer Punkt ist, da es immer für einen Autor spricht, wenn er es schafft einen zu berühren.

Miriam wuchs mir ziemlich schnell ans Herz, da die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt ist. Ihre Gefühle, ihre Art zu handeln und zu denken, machten sie für mich fast zu einer Freundin. Jemanden den ich bedauerte, mit dem ich litt, für den ich nur das beste hoffte.

Dank der einfühlsamen Geschichte von Seidl erfährt man einen Amoklauf aus der Sicht eines Opfers, das sich zunächst auch wie ein Opfer verhält. Sie leidet, sie trauert, sie ist wütend, verschließt sich, möchte nichts mehr vom Leben wissen und gibt sich die Schuld an allem. Doch nach und nach findet sie einen Weg mit allem zu Leben, sie findet eine Möglichkeit damit umzugehen, den Schmerz zu verkraften und wieder glücklich zu werden, zumindest soweit man das nach so einem Ereignis sein kann.

Seidl vergisst trotz alledem nicht den Amokläufer. In Rückblenden beschreibt sie, wie es zu dieser schrecklichen Situation kommen konnte. Sie ließ mich auch für Matias Mitgefühl entwickeln, obwohl dieser so schreckliche Dinge getan hat. Ich konnte sogar fast verstehen, wie es soweit kommen konnte. Natürlich steht außer Frage, wie schlimm so ein Amoklauf ist, doch die Gründe, die dazu führen, sind meist fast genau so schlimm.

"Es wird keine Helden geben" berührte mich von der ersten Seite an. Ich durchlitt die gleichen Trauerphasen wie die Protagonistin und fühlte mich ihr auf jeder Seite näher. Ich konnte ihr Handeln so gut verstehen, denn mir würde es in so einer Situation nicht anders gehen.

Ich dachte die Autorin kann mich in dieser Geschichte absolut nicht überraschen, da ich ja wusste um was es geht, was passieren würde, doch sie überraschte mich dennoch. Die verschiedenen Reaktionen der unterschiedlichen Personen machten das Buch auf jeder Seite interessant und überraschend.

Ich bin froh, dass ich "Es wird keine Helden geben" lesen durfte. Zu Beginn war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch und fühlte mich des öfteren runtergezogen, sodass ich auch mit der Altersangabe ziemlich vorsichtig sein würde, denn das Thema ist durchaus kein einfaches. Doch nach und nach wurde ich mit der Geschichte warm, kam den Protagonisten näher und versank ganz in der Geschichte. Selten habe ich so etwas berührendes gelesen, dass trotz dem schrecklichen Thema Hoffnung gibt. Das vermittelt, dass in allem schlechten auch etwas gutes steckt und mich somit mit einem richtig guten Gefühl zurückließ.

Fazit:
Berührende Geschichte einer sehr jungen Autorin, die für ihr Debüt ein extrem schweres Thema gewählt, dieses jedoch wahnsinnig gut umgesetzt hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen